„Schneefee“ - Schnee-Kunst-Aktion im Hertener Stadtgebiet
„Schneefee“ - Schnee-Kunst-Aktion im Hertener Stadtgebiet
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Was denken wir Menschen, wenn wir an einem kalten Montag Morgen, an dem es auch noch geschneit hat, wie immer in unser Auto einsteigen wollen und auf der Frontscheibe eine merkwürdige Botschaft im Schnee vorfinden? „Es hat nur geschneit, damit ich dir zulächeln kann!o)“ grinst uns unser Auto entgegen. Wie reagieren wir?
Ob wir innehalten, schmunzeln, ignorieren, uns „veräppelt“ fühlen oder vielleicht gar von Herzen lachen können, bestimmt unsere Haltung dem Leben gegenüber. Grundsätzlich oder in dieser bestimmten Situation. Und genau darauf will diese Kunst-Aktion aufmerksam machen.
Mit meiner Kunst möchte ich wieder ins Bewusstsein bringen, was in unserer schnelllebigen Gesellschaft allzu oft und gerne beiseite geschoben wird, aber aus diesem „Versteck“ heraus unbemerkt unser gesamtes Handeln bestimmt: Die Frage nach dem, wie wir uns eigentlich gerade fühlen.
Inspiriert hatten mich die fallenden Schneeflocken. Ich dachte darüber nach, dass jede Flocke in ihrer Kristall-Struktur absolut einzigartig ist. Durch alles, was sie auf ihrem Weg auf die Erde „erlebt“ hat. „Wie wir Menschen“ kam mir in den Sinn und ich freute mich dabei über diese kostbare Vielfalt. „Und doch sind wir uns auch alle so ähnlich, denn wir alle stehen vor der Aufgabe, unseren Weg zu finden, ein jeder auf seine eigene Weise.“ Und ein tiefes Gefühl von Wärme und Verbundenheit, ja, echter Freude stieg in mir auf. Wie ein Kind hüpfte ich durch den Schnee und erinnerte mich an die von Kindern beliebte Spielerei, im Schnee auf Autoscheiben herum zu malen. „Hihi!“ verlieh ich überschwänglich der Freude über meine Erkenntnisse ihren Ausdruck auf meinem Auto.
Ich wünschte mir, etwas von meiner Freude abgeben zu können und als ich am Auto eines lieben Menschen vorbei schlenderte, schrieb ich liebevoll „Hab einen schönen Tag!“ auf der Frontscheibe in den Schnee und stellte mir vor, wie meine Botschaft am nächsten Morgen entdeckt werden würde. Und wie dann die Montag-Morgen Routine für einen kleinen Moment einem überraschten Lächeln weichen würde.
„Sind nicht diese kleinen, lächelnden Momente das, was in der Gesamtheit die Qualität unseres Lebens ausmacht? Ist die Erinnerung daran nicht das Einzige, was wir mitnehmen können, wenn wir irgendwann gehen? Ist das nicht das einzig wirklich Wichtige - das „wie“ wir gelebt haben?“
Dieser Gedanke brachte mich dazu, noch mehr dieser kostbaren kleinen Momente verschenken zu wollen. Momente des Innehaltens, der Besinnung und vielleicht sogar der Freude. „Wenn ich nun Herten an einem vielleicht ungeliebten Montag Morgen ein Quentchen glücklicher machen - oder zumindest die Chance auf ein Schmunzeln geben könnte. Wenn überall in Herten verteilt ein paar lächelnde Gesichter verursacht würden, die mit diesem Lächeln wiederum andere Menschen anstecken könnten - das könnte sich fortsetzen und verbreiten...“ - und in dieser Gesamtheit wäre an diesem Tag vielleicht etwas ein kleines bisschen anders: Das, wie wir uns fühlen...
Und nun wünsche ich noch mehr Freude : ) beim Anschauen der insgesamt 25 kleinen Botschaften, die ich in dieser Nacht im Rahmen meiner spontanen, kleinen Kunst-Aktion als „Schneefee“ über alle neun Stadtteile Hertens an rein zufällig ausgewählten Orten verteilt habe: